Ein Podcast-Interview vorbereiten und spannende Antworten ermöglichen geht in drei Schritten: ein einseitiges Briefing an den Gast schicken, drei Kernbotschaften für die Zielgruppe festlegen und Vorabfragen stellen, die Geschichten statt Stichworte auslösen. Der Rest ist Zuhören.
Diese Liste passt auf eine Karteikarte. Sie gilt für Interviews im Studio und für Aufnahmen per Videocall.
| Schritt | Host | Gast |
|---|---|---|
| Ziel klären | Wofür ist diese Folge da und für wen? | Weiß, wofür er eingeladen ist |
| Briefing | Schreibt eine Seite und schickt sie eine Woche vorher | Liest sie und ergänzt, was fehlt |
| Vorabfragen | Stellt drei bis fünf offene Fragen | Antwortet mündlich oder in Stichworten |
| Sensibles | Fragt aktiv nach Tabuthemen | Nennt, was nicht besprochen werden soll |
| Technik | Testet Raum, Mikrofon und Aufnahme | Sitzt ruhig, mit Wasser, Handy aus |
| Einstieg | Plant die erste Frage und den Schluss | Kennt die erste Frage, nicht alle weiteren |
Zwei Sätze: Worum geht es, und was soll ein Hörer danach können oder wissen?
Wie lange dauert die Aufnahme, wie lange die Folge, wird geschnitten? Wer weiß, dass Versprecher rausfliegen, redet freier.
Gespräch, nicht Prüfung. Es gibt kein Skript und keine Gegenrede vom Publikum.
Wer hört die Folge vorher, und was darf noch geändert werden? Sag es vor der Aufnahme, nicht danach.
Ein Interview ohne Zielgruppe wird zum Fachgespräch unter Kollegen. Das ist für die Hörer selten spannend.
Etwa: Einkaufsleiter, die zum ersten Mal einen Lieferanten wechseln. Erfundenes Beispiel, aber so konkret sollte deine Zielgruppe klingen.
Mehr merkt sich kein Hörer. Schreib sie als ganze Sätze auf und frag den Gast, welche er ergänzen oder streichen würde. Wie du Kernbotschaften entwickelst, steht auf einer eigenen Seite.
Zu jeder Botschaft eine offene Frage, die ohne Fachjargon auskommt. So bleibt das Interview beim Thema, ohne zu führen.
Frag im Vorgespräch: „Gibt es etwas, worüber du nicht reden willst?“ Die Antwort nimmt beiden den Druck.
Zahlen vor Veröffentlichung, laufende Verhandlungen, Personalthemen. Halt es schriftlich fest, auch wenn es nur zwei Zeilen sind.
Eine Frage mit Reibung ist erlaubt. Sie wirkt fair, wenn der Gast weiß, dass sie kommt, und sich eine Antwort überlegen konnte.
Vorabfragen sind keine Prüfungsfragen. Sie bringen den Gast ins Erinnern, bevor das Mikrofon läuft. Stell sie mündlich im Vorgespräch oder schick sie in einer kurzen Nachricht. Geh nicht mit jeder in die Aufnahme, sonst klingt es wie Wiederholen.
| Vorabfrage | Was sie auslöst |
|---|---|
| Welche Situation aus den letzten Monaten fällt dir zum Thema als Erstes ein? | Eine konkrete Szene statt einer Definition |
| Was ist dir dabei zuletzt misslungen, und was hast du daraus gemacht? | Ehrliche Geschichten statt Erfolgsmeldungen |
| Was sagen Kollegen dazu, womit du nicht einverstanden bist? | Haltung und Reibung |
| Was würdest du jemandem raten, der morgen damit anfängt? | Praktische Hilfe für die Hörer |
| Welche Frage wünschst du dir, die dir selten gestellt wird? | Das Thema, das der Gast wirklich erzählen will |
Vorbereitung ist die halbe Arbeit. Die andere Hälfte passiert in der Aufnahme: Zuhören, nachfragen, schweigen können. Das steht auf der Seite zum Führen des Interviews.
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In drei Schritten: Briefing an den Gast schicken, Zielgruppe und drei Kernbotschaften festlegen, Vorabfragen stellen. Dazu ein Vorgespräch zu sensiblen Themen und ein Technikcheck.
Thema, Ziel, Ablauf und die erste Frage. Nicht alle Fragen. Wer jede Antwort vorbereitet hat, liest ab, und das hört man.
Mit offenen Fragen, die nach Situationen, Fehlern und Haltung fragen. Fragen nach Definitionen liefern Definitionen, Fragen nach Erlebtem liefern Geschichten.
Thema und Ziel, Ablauf und Länge, das Format als Gespräch ohne Skript und die Regeln zur Freigabe vor der Veröffentlichung.
Schick mir deine Vorabfragen für die nächste Folge. Ich sag dir, welche Antworten sie auslösen und welche nicht.
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