Unternehmenskommunikation ohne Selbstdarstellung

Deine Pressemitteilung feiert einen „historischen Meilenstein“. Dein Kunde hat nur eine Frage: welchen?

Authentische Unternehmenskommunikation ohne künstliche Selbstdarstellung heißt: keine Superlative ohne Beleg, keine Erfolgsgeschichte ohne Hauptperson, keine Krisenmeldung im Konjunktiv. Stattdessen Fakten, Geschichten und Ergebnisse, die auch ohne deine Behauptung für sich stehen.

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Woran man Selbstdarstellung erkennt

Fünf Muster. Jedes kostet Glaubwürdigkeit.

Übertriebene Kommunikation wiederholt sich. Wer diese Muster einmal gesehen hat, erkennt sie in jeder zweiten Pressemappe wieder. Auch in der eigenen.

01Buzzword-Kaskaden

„Innovativ“, „nachhaltig“, „kundenzentriert“ in einem Satz. Und kein einziges Beispiel dahinter.

02Superlative ohne Beleg

„Marktführer“, „einzigartig“, „die Besten“. Fragt man nach der Zahl dahinter, kommt Schweigen.

03Erfolgsgeschichten ohne Hauptperson

Case Studies, in denen „das Unternehmen“ gewinnt. Kein Name, kein Gesicht, kein Zitat.

04Krisenkommunikation im Konjunktiv

„Es könnte zu Verzögerungen gekommen sein.“ Niemand übernimmt Verantwortung für etwas, das längst passiert ist.

05Geliehene Begeisterung

Der Ton eines Social-Media-Postings in einem Kanal, dessen Zielgruppe Zahlen lesen will. Keine Ausrufezeichen.

Die Alternative

Beleg statt Behauptung.

Jede Behauptung lässt sich durch einen Beleg ersetzen: eine Zahl, eine Geschichte, ein Ergebnis, das für sich steht. Der Unterschied liest sich so:

SituationSelbstdarstellungSachliche Alternative
Pressemitteilung„Wir sind stolz, den innovativsten Anbieter der Branche zu präsentieren.“„Die Lieferzeit sinkt durch das neue Verfahren von zwölf auf vier Tage. Ab März für alle Kunden.“
Social-Media-Post„Unglaublicher Erfolg für unser Team! Wir sind überwältigt.“„Drei Monate, ein Ziel: Lieferzeit halbieren. Die Zahlen stehen ab Seite zwei im Jahresbericht.“
Mitarbeiter-Testimonial„Bei uns ist jeder Tag ein Abenteuer, wir sind wie eine Familie.“„Zwei von drei Mitarbeitenden bleiben länger als fünf Jahre. Laut interner Umfrage wegen mitbestimmter Arbeitszeiten.“
Jahresbericht„Ein herausragendes Jahr voller Meilensteine.“„Umsatz plus sechs Prozent. Ein Produkt eingestellt, weil es sich nicht gerechnet hat. Beides steht im Bericht.“

Dasselbe Prinzip funktioniert auch am Rednerpult.

Ich spreche in Vorträgen genau über diesen Unterschied. Warum ein Beleg stärker wirkt als eine Behauptung, live an Beispielen aus dem Publikum.

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Reden wir über eure Kommunikation.

Schick mir die Formulierung, die sich zuletzt am meisten nach Behauptung angefühlt hat.

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