Kommunikationsstrategie für Unternehmen

Du bespielst fünf Kanäle. Und niemand könnte sagen, wofür deine Firma eigentlich steht.

Das ist kein Content-Problem. Das ist ein Strategie-Problem. Eine Kommunikationsstrategie für Unternehmen geht in vier Schritten: Ziele, Zielgruppen, Botschaften, Kanäle. Für österreichische KMU und Institutionen sieht sie anders aus als im Lehrbuch. Hier ist das Vorgehen.

Vorgehen

Vier Bausteine. In dieser Reihenfolge.

Eine Kommunikationsstrategie für Unternehmen legt fest, wen du mit welcher Botschaft über welchen Kanal erreichst und woran du merkst, dass es wirkt. Wer bei den Kanälen anfängt, dreht sich im Kreis. Erst die ersten drei Fragen klären, dann über Instagram oder Newsletter reden.

01Ziele

Was soll sich in zwölf Monaten geändert haben? Bekanntheit in der Region, mehr Bewerbungen, ein neues Segment. Ein Ziel pro Strategie, nicht fünf gleichzeitig.

02Zielgruppen

Nicht "alle zwischen 25 und 55". Sondern: wer trifft bei euch die Kaufentscheidung, und was hat diese Person heute schon von euch gehört.

03Botschaften

Ein Satz, den jede Person im Unternehmen aufsagen kann, wenn sie um zwei Uhr nachts geweckt wird. Wenn es den nicht gibt, gibt es auch keine Botschaft.

04Kanäle

Erst jetzt: LinkedIn, Podcast, Newsletter, Lokalpresse, Messeauftritt. Ausgewählt danach, wo deine Zielgruppe tatsächlich zuhört, nicht danach, was gerade Trend ist.

Zielgruppen und Kanäle

Kommunikationsstrategie für Unternehmen: Wer hört wo zu?

Eine Strategie wählt Kanäle nach der Zielgruppe, nie umgekehrt. Die Tabelle zeigt typische Zuordnungen für österreichische Betriebe. Sie ist der Startpunkt fürs Gespräch, kein Ersatz dafür.

ZielgruppeTypische KanäleWoran du es merkst
Kundschaft in der RegionLokalpresse, Newsletter, NetzwerkabendeAnfragen, die sich auf einen Artikel oder eine Empfehlung beziehen
Entscheidende im B2BLinkedIn, Fachvortrag, PodcastGesprächsanfragen von Menschen, die zur Zielgruppe passen
Bewerberinnen und BewerberKarriereseite, Mitarbeitende als Stimme des HausesBewerbungen, die zum gesuchten Profil passen
MitarbeitendeTeammeeting, Intranet, FührungskräfteRückfragen, die zeigen, dass die Entscheidung angekommen ist
Gremien und Mitglieder (Institutionen)Aussendung, Mitgliedermagazin, SitzungZustimmung im Vorstand ohne Nachbesserung
Messgrößen

Woran du merkst, dass die Strategie wirkt.

Reichweite ist selten die richtige Zahl. Such Messgrößen, die zum Ziel aus Schritt eins passen, und schau einmal pro Quartal hin.

Anfragen mit Passung.

Wer meldet sich, und woher kennt er euch? Zähl nicht alle Anfragen, sondern die, die zur Zielgruppe passen.

Bewerbungen.

Kommen mehr Bewerbungen von Menschen, die zum Profil passen? Bei Fachkräftemangel oft die wichtigste Zahl.

Verständlichkeit im Haus.

Frag drei Mitarbeitende, wofür das Unternehmen steht. Kommen drei verschiedene Antworten, fehlt die Botschaft.

Resonanz in der Region.

Erwähnungen in Lokalmedien, Einladungen auf Podien, Empfehlungen aus dem Netzwerk. Schwer zu messen, leicht zu zählen.

Besonderheiten in Österreich

Warum die deutsche Vorlage bei euch nicht passt.

KMU: das Budget einer Halbtagskraft.

Die meisten heimischen Betriebe haben keine Kommunikationsabteilung, sondern eine Person, die das nebenbei macht. Die Strategie muss mit einem Kanal funktionieren, bevor sie mit fünf funktioniert.

Institutionen: Gremien statt Geschäftsführung.

Bei Kammern, Verbänden und öffentlichen Trägern entscheidet niemand allein. Botschaften müssen im Vorstand abstimmbar sein, nicht nur beim Marketing gut klingen.

Regionale Kommunikation: Bezirksblatt schlägt Algorithmus.

In Oberösterreich oder der Steiermark zählt oft die lokale Zeitung mehr als jede Social-Media-Kampagne. Wer das ignoriert, kommuniziert an der eigenen Zielgruppe vorbei.

Netzwerk vor Reichweite.

Wirtschaftskammer, Rotary, der Verein ums Eck: In Österreich läuft Vertrauen oft über wenige, bekannte Personen. Eine Strategie, die das ignoriert, verschenkt den schnellsten Kanal.

Abgrenzung

Kommunikationsstrategie oder Marketing: Was ist was?

Wer „Marketing Beratung“ sucht, meint oft zwei verschiedene Dinge. Marketing macht ein Angebot sichtbar und verkäuflich: Preis, Produkt, Kampagne, Vertrieb. Strategische Kommunikationsberatung klärt davor, wofür die Organisation steht, wen sie erreichen will und was sie dazu sagt. Beides braucht sich. Die Reihenfolge entscheidet.

FrageStrategische KommunikationsberatungOperatives Marketing
LeitfrageWofür stehen wir, und wem sagen wir das?Wie verkaufen wir dieses Angebot?
ErgebnisZiele, Zielgruppen, Botschaften, Kanalplan, MessgrößenKampagnen, Anzeigen, Newsletter, Social-Media-Posts
ZeithorizontZwölf Monate und längerWochen bis Quartale
UmsetzungDein Team, mit Training und LeitfadenMarketingabteilung oder Agentur
Sinnvoll, wennKanäle ohne gemeinsame Linie, Neuausrichtung, Abstimmung mit GremienDie Linie steht und das Angebot soll Nachfrage bekommen
Beratungsanlässe

Wann eine Beratung zur Kommunikationsstrategie sinnvoll ist.

Für Geschäftsführungen und Inhaber von KMU, für Kommunikationsverantwortliche, die das nebenbei machen, und für Vorstände von Verbänden und Kammern.

01Neuausrichtung

Das Unternehmen wächst, wechselt die Zielgruppe oder bietet etwas Neues an. Die alte Erzählung passt nicht mehr.

02Übergabe

Nachfolge oder neue Geschäftsführung. Wer bisher für die Firma gesprochen hat, tritt ab, und niemand hat aufgeschrieben, was er gesagt hat.

03Viele Kanäle, keine Linie

Fünf Kanäle werden bespielt, aber jeder erzählt etwas anderes.

04Bewerbungen bleiben aus

Das Angebot ist gut, aber Fachkräfte wissen nicht, dass es euch gibt.

05Gremien blockieren

In Institutionen: Botschaften, die im Vorstand oder Ausschuss nicht durchkommen. Dafür gibt es eine eigene Seite zur Kommunikationsberatung für öffentliche Institutionen.

Typische Ergebnisse

Ein Positionierungssatz.

Kurz genug, dass ihn jede Person im Unternehmen aufsagen kann.

Zielgruppenprofile.

Wer entscheidet, was hat er schon von euch gehört, was soll er als Nächstes tun.

Ein Kanalplan mit Reihenfolge.

Ein Kanal zuerst, der nächste erst, wenn der erste läuft.

Messgrößen und ein Quartals-Check.

Drei Zahlen, die ihr selbst zählen könnt, und ein Termin, an dem ihr draufschaut.

Umsetzung

Selber machen, oder gemeinsam erarbeiten.

Workshop: Kommunikationsstrategie in einem Tag.

Ziele, Zielgruppen, Botschaften und Kanäle erarbeiten wir direkt mit deinem Team. Am Ende liegt ein Papier am Tisch, mit dem morgen weitergearbeitet wird, kein Foliensatz für die Schublade.

Zu den Trainings →
Häufige Fragen

Kommunikationsstrategie für Unternehmen: Fragen und Antworten.

Was ist eine Kommunikationsstrategie für Unternehmen?

Eine Kommunikationsstrategie für Unternehmen legt fest, wen du erreichen willst, was du ihm sagst und über welchen Kanal. Sie besteht aus vier Bausteinen: Ziele, Zielgruppen, Botschaften und Kanäle. Messgrößen zeigen, ob sie wirkt.

Wie lange dauert es, eine Kommunikationsstrategie zu erarbeiten?

Die Grundlage entsteht in einem Workshop an einem Tag, gemeinsam mit deinem Team. Danach arbeitet ihr eigenständig weiter und prüft einmal pro Quartal die Messgrößen.

Was ist der Unterschied zwischen Kommunikationsstrategie und Marketing?

Die Kommunikationsstrategie klärt, wofür ein Unternehmen steht, wen es erreichen will und was es dazu sagt. Marketing setzt das Angebot dann in Kampagnen, Anzeigen und Vertrieb um. Die Strategie kommt zuerst.

Was ist bei österreichischen KMU und Institutionen anders?

KMU haben meist keine Kommunikationsabteilung, sondern eine Person, die es nebenbei macht. Institutionen brauchen Botschaften, die im Gremium abstimmbar sind. Dazu kommen die Lokalpresse und Netzwerke, über die Vertrauen in Österreich oft läuft.

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